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"Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack!" ist ein wunderbar humorvolles Kinderbuch, das komplett in Tagebuchform aus der Sicht des Katers Knutbert erzĂ€hlt wird. Seine âKaterstrophenberichteâ sind nicht nur witzig formuliert, sondern werden durch viele Comicelemente ergĂ€nzt, die die kurzen Kapitel auflockern und den Lesefluss spĂŒrbar erleichtern. Immer wieder taucht darin auch die Kategorie âKratzer am Randeâ auf - kleine InfokĂ€sten, in denen Knutbert zum Beispiel erklĂ€rt, welche Kategorien von Menschen es aus Katzensicht gibt oder warum Katzen selbstverstĂ€ndlich Superhelden sind. Gerade Kinder, die nicht gerne oder lange lesen, können der Handlung dadurch gut folgen und bleiben motiviert.
Die Figuren sind liebevoll und mit einem deutlichen Augenzwinkern dargestellt. Im Mittelpunkt steht natĂŒrlich Knutbert, der den Spruch âHunde haben Herrchen, Katzen haben Personalâ sehr ernst nimmt. Er hat keine Besitzer, sondern Angestellte, die er groĂzĂŒgig bei sich wohnen lĂ€sst: Alma, die Katzen nicht mag, Carlo, der stĂ€ndig mit dem Staubsauger nervt, Lena, die immerhin oft etwas Essbares fĂŒr ihn bereithĂ€lt, und Franz, der fĂŒr Knutbert den höchsten Rang der Tauglichen erreicht, weil er gerne krault und ihn regelmĂ€Ăig als Superhelden zeichnet.
Knutberts Alltag besteht aus Schlafen und Fressen, doch die Ruhe wird immer wieder von der Nachbarin Frau Merlinger gestört, die stĂ€ndig klingelt und sich ĂŒber ein âBiestâ beschwert, das angeblich in der Nachbarschaft sein Unwesen treibt. Umgekippte MĂŒlltonnen, Kratzer am Auto - natĂŒrlich wird Knutbert verdĂ€chtigt und sogar mit dem Tierheim bedroht. Also macht er sich auf, in seinem Revier nach Informationen ĂŒber dieses Biest zu suchen.
Dabei helfen ihm seine tierischen Nachbarn: Ingrid, die Schildkröte von Frau Merlinger; Ralf, das Rotkehlchen, dessen lautes Gezwitscher ihn nervt und das er eines Tages definitiv fressen wird; Hektor, der alte Nachbarskater; und Paula, die Blindschleiche, die einfach wie ein Stock herumliegt. Jede Begegnung ist mit viel Witz und Humor beschrieben und bleibt fĂŒr Kinder gut verstĂ€ndlich. FĂŒr Kinder ab neun Jahren ist das Buch ideal - meine Tochter hatte viel SpaĂ daran. Mein zwölfjĂ€hriger Sohn dagegen fand es schon zu kindlich und hat schnell das Interesse verloren.
Besonders schön ist der Abschluss des Buches, denn dort gibt es einen witzigen Selbsttest, mit dem man herausfinden kann, zu welcher MenschâKategorie man aus Katzensicht gehört. Das sorgt fĂŒr ein zusĂ€tzliches Schmunzeln und rundet die Geschichte sehr passend ab.
Fazit: "Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack!" ĂŒberzeugt mit einer charmanten Mischung aus Humor, liebevoll gezeichneten Figuren und einer ErzĂ€hlweise, die besonders fĂŒr jĂŒngere Leser leicht zugĂ€nglich ist. Die Tagebuchform, die Comicelemente und die âKratzer am Randeâ halten die Geschichte lebendig und sorgen dafĂŒr, dass Kinder ab neun Jahren gut abgeholt werden. Durch den Untertitel am Cover ist die Handlung etwas vorhersehbar, was einen halben Stern Abzug gibt, dennoch bleibt es ein rundes, witziges Leseerlebnis.
JennifersBooks wrote a review...
Schon das Cover von "The House Witch" hat mich sofort angesprochen. Diese warme, detailreiche KĂŒchenszene mit dem schlafenden Kater, den KrĂ€utern, dem Feuer und all den kleinen Dingen, die man erst beim zweiten Hinsehen entdeckt, vermittelt sofort eine besondere AtmosphĂ€re. Es wirkt einladend, magisch und gleichzeitig bodenstĂ€ndig â eine AtmosphĂ€re, die mich sofort neugierig gemacht hat und perfekt zu dem passt, was ich mir von diesem Buch erhofft habe. Das Cover verspricht eine Welt, in der Alltagsmagie und lebendige Figuren zusammenkommen, und genau das hĂ€lt das Buch dann auch ein.
"The House Witch" hat mich von der ersten Seite an ĂŒberrascht - im besten Sinne. Es ist Fantasy mit einem herrlich cozy Vibe, der sofort NĂ€he schafft, und gleichzeitig steckt so viel Handlung und Lebendigkeit darin, dass man immer wieder völlig im Geschehen versinkt. Besonders die KĂŒche als zentraler Ort der Geschichte hat mich begeistert. Genau wie im echten Leben, wo sich bei jeder Party irgendwann alle in der KĂŒche versammeln, wird sie hier zum HerzstĂŒck der Handlung: ein Raum voller Begegnungen, Humor, Spannung und Magie. Gleichzeitig gibt es im gesamten Buch so viele gut platzierte witzige Szenen, dass ich mich mehr als einmal wirklich abkugeln musste.
Die poetische Schreibweise trĂ€gt enorm dazu bei, dass ich tief in die Welt von Daxaria eintauchen konnte. Das Schloss, der Garten, die KĂŒche, die alltĂ€glichen Stimmungen der Menschen - alles entsteht so klar vor dem inneren Auge, dass ich beim Lesen das GefĂŒhl hatte, mich tatsĂ€chlich durch diese RĂ€ume zu bewegen. Die Beschreibungen des Essens sind ein eigenes Highlight: sinnlich, atmosphĂ€risch, köstlich. Ich hatte stĂ€ndig Hunger und konnte mir jede Szene in der KĂŒche lebhaft vorstellen.
Der Schreibstil ist von Anfang an zugĂ€nglich, lebendig und angenehm modern, mit einem feinen Humor, der die Szenen auflockert, ohne an AtmosphĂ€re zu verlieren. Die Dialoge wirken natĂŒrlich und dynamisch und lassen die Figuren fĂŒr mich noch nahbarer erscheinen. Die Mischung aus Alltagsmagie und warmem ErzĂ€hlton schafft eine besondere Stimmung, die mir das Lesen unglaublich angenehm macht und dabei jederzeit fesselnd bleibt.
Auch der Figurenaufbau hat mich absolut ĂŒberzeugt. Es gibt kein SchwarzâWeiĂ, keine kĂŒnstlichen Sympathien oder Antipathien. Beziehungen entwickeln sich langsam, Abneigungen und Freundschaften entstehen nachvollziehbar, und die Charaktere sind so unterschiedlich, dass man stĂ€ndig neue Facetten entdeckt. Manche mochte ich sofort, andere hĂ€tte ich am liebsten geschĂŒttelt, und wieder andere - wie die Königin - haben mich richtig mitfiebern lassen. Besonders Fins Vergangenheit hat mich tief getroffen. Zu lesen, was er durch seinen Vater ertragen musste, war bestĂŒrzend und macht seine Entwicklung umso beeindruckender. Am stĂ€rksten hat mich jedoch die Beziehung zwischen Lady Annika und Fin berĂŒhrt. Sie beginnt nicht mit einem schnellen Funkenflug, sondern mit Vorsicht, Misstrauen und kleinen Reibereien. Genau das macht sie so glaubwĂŒrdig. Ich konnte richtig spĂŒren, wie sich etwas zwischen ihnen verĂ€ndert, wie sie einander langsam nĂ€herkommen und sich ihre Beziehung Schritt fĂŒr Schritt aufbaut. Am Ende fĂŒgt sich alles so stimmig zusammen, dass es sich wirklich verdient anfĂŒhlt.
Fazit: "The House Witch" ist fĂŒr mich ein rundum gelungenes WohlfĂŒhlâFantasybuch mit Tiefe, Humor, Action und einer Welt, die man nicht so schnell vergisst. Es hat genau die Art von AtmosphĂ€re und Figuren, die mich beim Lesen wirklich begeistert haben. FĂŒr mich ein Buch, das seine fĂŒnf Sterne absolut verdient, und jetzt warte ich schon sehnsĂŒchtig auf den nĂ€chsten Band der Reihe.
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To Kill a Kingdom
Alexandra Christo
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Isekai Light Novels đŠđŻđ
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Light novels where the characters are in another world, whether it be a video game, trapped, reincarnated, etc. Lights are a type of Japanese novel characterized by shorter lengths, manga-style illustrations, and a focus on easily digestible prose.
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A River Enchanted
Rebecca Ross
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The Empress of Salt and Fortune
Nghi Vo
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Dieses Buch hat mich wirklich zwiegespalten zurĂŒckgelassen, und einmal war ich sogar kurz davor, es abzubrechen. Die AtmosphĂ€re im Blackwood House war fĂŒr mich eindeutig das stĂ€rkste Element der Geschichte: unheimlich, drĂŒckend und voller kleiner Details, die sofort ein ungutes GefĂŒhl erzeugen â genau so, wie es bei einer guten GeisterhausâStory sein soll. Mehrmals war ich so gefesselt, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Die Geistererscheinungen waren intensiv genug, um mir echte GĂ€nsehaut zu bescheren, und genau dieses GefĂŒhl liebe ich an Horrorromanen.
Mit Mara dagegen bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden. Ich verstehe vollkommen, warum sie alles ĂbernatĂŒrliche ablehnt und warum sie den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen hat â ihre Vergangenheit ist hart, und vieles davon erklĂ€rt ihre Abwehrhaltung. Trotzdem hat mich ihr Verhalten gegenĂŒber anderen, besonders gegenĂŒber ihrem Partner Neil, immer wieder irritiert. Schmerz und schlechte Erfahrungen prĂ€gen einen Menschen, aber sie rechtfertigen nicht, andere wie Dreck zu behandeln. Diese Mischung aus HĂ€rte, Sturheit und ihrer konsequenten Weigerung, Hilfe anzunehmen, hat mich mehrfach aus der Geschichte herausgerissen, weil ich einfach keinen Zugang zu ihr gefunden habe.
Dazu kommt, dass Mara fĂŒr mich kaum rationale Entscheidungen trifft. Immer wieder reagiert sie impulsiv, unĂŒberlegt oder schlicht widersprĂŒchlich, was mich beim Lesen oft irritiert hat. Ich denke, die Autorin wollte sie als starke und unabhĂ€ngige Frau darstellen, doch genau dieser Ansatz ist fĂŒr mich völlig misslungen. Statt StĂ€rke wirkte vieles eher wie Trotz, statt UnabhĂ€ngigkeit wie Abschottung â und das hat es mir schwer gemacht, sie ernst zu nehmen oder mit ihr mitzufĂŒhlen.
Auch beim Ende blieb dieses zweigeteilte GefĂŒhl bestehen. Alles, was das Haus betrifft, fand ich atmosphĂ€risch stark, stimmig und als Abschluss der unheimlichen Ereignisse wirklich gelungen. Maras persönliche Entwicklung hingegen hat mich enttĂ€uscht. Ihr Wandel am Ende wirkte abrupt und passte fĂŒr mich nicht zu dem, was vorher so ausfĂŒhrlich aufgebaut wurde.
Fazit: âGeister in Blackwood Houseâ ist ein spannendes, atmosphĂ€risches GeisterhausâErlebnis, das vor allem durch seine gruseligen Momente ĂŒberzeugt. Die Charakterentwicklung der Protagonistin konnte mich jedoch nicht erreichen. Insgesamt ein solides Buch, das mich gut unterhalten hat, auch wenn ich mir an einigen Stellen mehr Tiefe gewĂŒnscht hĂ€tte.
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Das Cover von "Worst Date Ever" hat mich sofort neugierig gemacht, und Geschichten, in denen Figuren beruflich mit BĂŒchern arbeiten, haben fĂŒr mich ohnehin einen besonderen Reiz. Umso spannender fand ich es, dass Kasie West hier ihr erstes Buch fĂŒr Erwachsene vorlegt. Man merkt allerdings schnell, dass sie aus dem YoungâAdultâBereich kommt: Der Ton ist locker, die Figuren sind sympathisch, aber eher zurĂŒckhaltend gezeichnet.
Margot mochte ich trotz - oder gerade wegen - ihres Chaosfaktors. Sie ist fast dreiĂig, wirkt aber oft erstaunlich naiv und lĂ€sst sich viel zu leicht von ihrem Chef ĂŒberrumpeln oder von ihrer Schwester kleinmachen. Das hat Charme, wurde aber stellenweise anstrengend. Besonders, wenn man bedenkt, dass Oliver angeblich ihr âschlechtestes Dateâ gewesen sein soll - eine gewagte Behauptung, wenn man ihre Begegnungen mit Mr. Gabelfaust oder Rob betrachtet. Zum GlĂŒck gibt es Sloane, die ihr immer wieder den Kopf zurechtrĂŒckt und fĂŒr etwas Bodenhaftung sorgt.
Oliver ist das komplette GegenstĂŒck zu Margot: organisiert, kontrolliert, gesundheitsbewusst, fast schon zu perfekt. Er ist freundlich, verlĂ€sslich und keineswegs toxisch, aber dieses PrinceâCharmingâGefĂŒhl war mir manchmal etwas zu glatt. Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und bleibt eher seicht. WĂ€hrend Margot am liebsten sofort loslegen wĂŒrde, besteht Oliver auf einer ruhigen Kennenlernphase - was immerhin zu einigen wirklich witzigen, spritzigen Dialogen fĂŒhrt. An diesen Stellen kommt die RomâComâStimmung besonders gut durch.
Sehr gelungen fand ich die Dynamik zwischen Margot und Oliver. Die Chemie zwischen den beiden ist spĂŒrbar, auch wenn sie sich das selbst lange nicht eingestehen wollen. Ebenso stark waren die Einblicke in die Arbeit der Literaturagenten, die lebendig, anschaulich und ĂŒberraschend interessant beschrieben sind. Besonders Margots Entwicklung hat mich ĂŒberzeugt: Wie sie endlich ihrem Chef und ihrer Schwester die Stirn bietet und fĂŒr ihre eigenen Ziele einsteht, gehört zu den stĂ€rksten Momenten des Buches. Das kleine Drama mit Oliver wirkte zwar etwas unnötig, hat aber immerhin dazu gefĂŒhrt, dass Margot klar Position bezieht, weil ihr etwas wirklich wichtig ist.
Insgesamt ist "Worst Date Ever" ein angenehmer, unterhaltsamer Roman, den ich gern gelesen habe. Nicht alles bleibt lange im GedĂ€chtnis, aber Humor, BuchbrancheâSetting und eine chaotische Heldin ergeben eine stimmige Mischung.
Fazit: Ein leichter WohlfĂŒhlroman mit charmanten Figuren, humorvollen Dialogen und einem schönen Blick hinter die Kulissen der Literaturwelt.
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The Prince's Loving Guards (The Prince's Dearest Guards, #2)
Beau Van Dalen
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The Prince's Dearest Guards (The Prince's Dearest Guards, #1)
Beau Van Dalen
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The Alchemy of Moonlight
David Ferraro
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Soul of a Gentleman Witch
David Ferraro
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A Vile Season
David Ferraro
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Ich habe mich bei Vorablesen auf Konfetti im Kopf beworben, weil mein Sohn Autismus mit ADS (ohne HyperaktivitĂ€t) hat und viele der beschriebenen Merkmale sich ĂŒberschneiden: mangelnde Konzentration, fehlende Organisation, Chaos im Kopf, ReizĂŒberflutung. Als Mutter suche ich seit Jahren nach BĂŒchern, die diese Themen kindgerecht erklĂ€ren, ohne sie zu vereinfachen oder zu dramatisieren. Doch der Markt ist dĂŒnn. Es gibt Ratgeber fĂŒr Erwachsene, pĂ€dagogische Fachliteratur oder BilderbĂŒcher fĂŒr die ganz Kleinen â aber fast nie BĂŒcher, die Kinder selbst lesen können, um ihre eigene Neurodivergenz zu verstehen. Genau deshalb hat mich dieses Buch so positiv ĂŒberrascht - zumal es bereits fĂŒr Kinder ab 5 Jahren geeignet ist, aber auch Ă€ltere Kinder wunderbar davon profitieren können.
Doreen Aldugan schafft es, komplexe Inhalte verstĂ€ndlich zu machen, ohne sie zu verwĂ€ssern. Das Buch ist klar gegliedert und fĂŒhrt Schritt fĂŒr Schritt durch die wichtigsten Bereiche: Was ist AD(H)S, wie funktioniert das Gehirn, welche Routinen helfen im Alltag. Besonders gelungen fand ich den Vergleich mit der Konfettimaschine im Kopf. Mein Sohn konnte dieses Bild sofort greifen. Er hat direkt Situationen aus seinem Alltag damit verknĂŒpft und verstanden, warum manche Tage reibungslos laufen und an anderen plötzlich âStau auf dem FlieĂbandâ entsteht. Dieses Bild begleitet uns seitdem im Alltag und hilft ihm, seine GefĂŒhle und Ăberforderungen besser einzuordnen.
Viele der vorgeschlagenen Strategien nutzen wir bereits, aber wir konnten auch einiges Neues mitnehmen â vor allem fĂŒr die Hausaufgaben und das Etablieren neuer Routinen. Ich schĂ€tze sehr, dass der Text so geschrieben ist, dass Kinder selbst darin lesen und sich die Ideen heraussuchen können, die zu ihnen passen. Das vermittelt Selbstwirksamkeit und stĂ€rkt das Selbstvertrauen, ganz anders als klassische Elternratgeber, bei denen Kinder nur das fertige Ergebnis prĂ€sentiert bekommen.
Ein echtes Highlight ist das kindgerechte Glossar am Ende, in dem wichtige Begriffe wie ReizĂŒberflutung oder Neurodivergenz erklĂ€rt werden. Dazu kommen kleine TextkĂ€sten mit Informationen fĂŒr Eltern sowie Impulsen der DiplomâPsychologin Anke Kaupp, die in wenigen SĂ€tzen Klarheit schaffen und HintergrĂŒnde verstĂ€ndlich machen. Die Illustrationen von Emily Claire Völker runden das Buch ab. Sie sind stimmungsvoll, erklĂ€rend und helfen besonders Kindern, die visuelle Reize brauchen, beim Verstehen. Viele Szenen sind aus dem Alltag gegriffen und schaffen sofort NĂ€he.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Manche Seiten sind sehr voll und können Kinder mit AD(H)S schnell ĂŒberfordern. Das Auge springt von einem Punkt zum nĂ€chsten, was ermĂŒdend wirken kann. Trotzdem ĂŒberwiegt der positive Gesamteindruck deutlich.
Fazit: "Konfetti im Kopf" ist eines der wenigen BĂŒcher, das Kinder wirklich dort abholt, wo sie stehen. Es erklĂ€rt, stĂ€rkt, begleitet und gibt ihnen das GefĂŒhl, verstanden zu werden. FĂŒr uns war es ein wertvoller Gewinn â sowohl emotional als auch praktisch im Alltag.
JennifersBooks wrote a review...
Weavingshaw ist fĂŒr mich ein Auftakt, der lange nachhallt. Heba AlâWasity erschafft eine Welt, die nicht nur dĂŒster wirkt, sondern durch ihre vielen Ebenen unglaublich real erscheint. Der GothicâVibe liegt ĂŒber jeder Szene, ohne jemals ĂŒbertrieben zu wirken. BĂŒrgerkriege, Armut und Gewalt bestimmen den Alltag â und gleichzeitig flieĂen Themen wie Migration, Asyl und kulturelle Konflikte so fein und unaufdringlich ein, dass man sie erst nach und nach bewusst wahrnimmt. Genau das macht diese Welt fĂŒr mich so stark: Sie ist bedrĂŒckend, glaubwĂŒrdig und voller Zwischentöne. Der FantasyâAspekt mit DĂ€monen und Geistern verstĂ€rkt die dĂŒstere Stimmung zusĂ€tzlich und sorgt dafĂŒr, dass die Geschichte immer spannend bleibt.
Leena habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist klug, stur, loyal und hat eine Art, Dinge zu hinterfragen, die ich sehr mochte. Besonders gut fand ich, dass sie St. Silas anfangs misstraut und versucht, Abstand zu halten. Sie bleibt meist standhaft, lĂ€sst sich nicht einschĂŒchtern und hĂ€lt an ihren Prinzipien fest â auch wenn sie sich ĂŒber St. Silas, ihren Bruder oder ihren Vater manchmal so sehr Ă€rgert, dass man sie nur zu gut versteht. Diese Mischung aus StĂ€rke und Verletzlichkeit macht sie fĂŒr mich zu einer der greifbarsten Figuren, die ich seit Langem gelesen habe.
St. Silas wirkt zu Beginn wie jemand, der nichts an sich heranlĂ€sst. KĂŒhl, kontrolliert, fast unnahbar. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird, dass hinter dieser Fassade viel mehr steckt. Die kleinen Einblicke in seine Vergangenheit, die man nur hĂ€ppchenweise bekommt, haben mich jedes Mal neugierig gemacht. Und ich mochte sehr, wie vorsichtig er sich Leena öffnet â und wie sehr sie ihn aus dem Gleichgewicht bringt, ohne es selbst zu merken.
Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist fĂŒr mich eines der Highlights. Sie entwickelt sich langsam, glaubwĂŒrdig und ohne kĂŒnstliche Dramatik â Slow Burn in seiner besten Form. Die Spannung entsteht durch Blicke, kleine Gesten, Schlagabtausche und unausgesprochene Gedanken. Es gibt keine unnötigen spicy Szenen, die den Fluss der Handlung stören wĂŒrden. Stattdessen wĂ€chst etwas, das sich echt anfĂŒhlt. Besonders schön fand ich, dass Leena mehr Einfluss auf St. Silas hat, als beide wahrhaben wollen.
Die wechselnden Perspektiven von Leena und St. Silas runden die Geschichte fĂŒr mich ab, und auch Nebenfiguren wie Leenas Bruder Rami oder Bösewicht Lord Hargreaves bekommen Raum. Diese zusĂ€tzlichen Stimmen zeigen, wie vielschichtig die Welt ist, und geben Einblicke in Konflikte, die weit ĂŒber die persönliche Ebene hinausgehen. Das Ende ist ein echter Cliffhanger, der an der denkbar gemeinsten Stelle abbricht. Bis Band 2 erscheint, dauert es noch neun Monate (ET: 25.02.2027) â aber ich warte gern, um wieder in diese fantastisch dĂŒstere Welt einzutauchen.
Fazit: Weavingshaw ist ein atmosphĂ€risch dichter Reihenauftakt, der mich mit seiner Welt, seinen Figuren und seiner ruhigen, aber intensiven ErzĂ€hlweise vollkommen ĂŒberzeugt hat. Die Mischung aus dĂŒsterer Stimmung, gesellschaftlichen Untertönen und einer fein aufgebauten SlowâBurnâRomance hat fĂŒr mich genau die richtige Tiefe. Ein absolut gelungenes DebĂŒt, das mich sehr neugierig auf den nĂ€chsten Teil macht.
JennifersBooks wrote a review...
Schon beim ersten Blick hat mich der Farbschnitt mit der schwarzen Katze in dieser BuntglasfensterâOptik begeistert. Solche liebevollen Details ziehen mich sofort an, und auch die Grundidee mit den Seelentieren und der magischen Tiermedizin klang nach etwas Besonderem. Der Einstieg hat mir dann wirklich gut gefallen: Gwen, die angehende TierĂ€rztin, rettet gleich zu Beginn den alten, mĂŒrrischen Kater Percy â ein Seelentier, das schon einiges hinter sich hat. Dass sie dabei bewusst gegen Regeln verstöĂt, hat sie mir sofort sympathisch gemacht. Sie wirkt ehrgeizig, aber gleichzeitig verletzlich, weil sie so hart arbeitet, um spĂ€ter ihre Familie zu unterstĂŒtzen, die stĂ€ndig um ihr kleines Restaurant kĂ€mpfen muss.
Harrisford dagegen war fĂŒr mich von Anfang an ein rotes Tuch. Sein arrogantes Auftreten, sein Status als reicher Sohn und dann diese abwertenden Aussagen ĂŒber Gwen als âAbschaum aus der Unterschichtâ â das hat ihn fĂŒr mich als Love Interest komplett disqualifiziert. Auch die Kapitel aus seiner Sicht konnten daran nichts Ă€ndern. Seine ErklĂ€rungen wirkten eher wie AusflĂŒchte, und die Art, wie er Gwen behandelt, hat mich emotional komplett rausgeworfen.
Trotzdem wollte ich weiterlesen, weil mich das Magiesystem und die Seelentiere wirklich interessiert haben. Umso enttÀuschender war es, dass die magische Welt insgesamt erstaunlich blass bleibt. Die Tiermedizin, die Seelentiere, all das, was eigentlich den Kern der Geschichte ausmachen sollte, bekommt viel zu wenig Raum. Stattdessen gibt es Beschreibungen von London, der Gala oder der Umgebung, die zwar solide sind, aber den Zauber dieser Welt nicht wirklich transportieren. Die Zentauren und ihre Sternendeutungen erinnerten mich zusÀtzlich stark an Harry Potter, ohne dass daraus etwas EigenstÀndiges entsteht.
Auch die Romanze hat fĂŒr mich ĂŒberhaupt nicht funktioniert. Zwischen Gwen und Harrisford entsteht keine echte Verbindung. Ihr Misstrauen bleibt bestehen, und die körperlichen Momente wirken eher wie ein Fremdkörper in der Handlung. Die RivalitĂ€t der beiden bleibt ebenfalls blass â abgesehen von der Punktevergabe am College, die Gwen unbedingt gewinnen wollte, spĂŒrt man kaum Reibung. Plötzlich arbeiten sie zusammen, brechen sogar gemeinsam ein, als wĂ€re nie etwas gewesen. Da fehlte mir einfach IntensitĂ€t: echte Schlagabtausche, Reibung, Funken. Und nur weil eine Sexszene vorkommt, wird daraus noch lange keine spicy Romance.
Erst gegen Ende zieht die Spannung etwas an, aber nach fast 400 Seiten reicht das fĂŒr mich nicht aus, um die Geschichte noch zu retten. Das offene Ende â typisch fĂŒr eine Dilogie â hat mich auch nicht neugierig auf Band 2 gemacht. Da der zweite Teil wohl erst 2028 erscheint, werde ich die Reihe nicht weiterverfolgen. DafĂŒr hat mich die Handlung insgesamt zu wenig mitgerissen.
Am Ende bleibt fĂŒr mich ein Buch mit einer starken Grundidee, einem wunderschönen Farbschnitt und einem gelungenen Einstieg, das sein Potenzial aber nicht ausschöpft. Die Welt hĂ€tte gröĂer, magischer und lebendiger sein können, und die Beziehung der Protagonisten hat mich emotional komplett kaltgelassen.
Fazit: Ein atmosphĂ€rischer Anfang und eine spannende Idee, die sich leider nicht entfalten. Zu wenig Tiefe, zu wenig Magie, eine Romanze ohne Funken â fĂŒr mich solide, aber nicht ĂŒberzeugend.
JennifersBooks wrote a review...
âJulian ist eine Meerjungfrauâ von Jessica Love hat mich sofort angesprochen - zuerst wegen des Titels, dann wegen des Klappentextes und schlieĂlich wegen der Illustrationen, die schon auf den ersten Blick eine besondere, warme Stimmung erzeugen. Die Geschichte um den kleinen Jungen Julian, der Meerjungfrauen ĂŒber alles liebt, hat mich tief berĂŒhrt. Als er im Zug drei als Meerjungfrauen verkleidete Frauen sieht, beginnt fĂŒr ihn ein inneres Leuchten, das sich durch das ganze Buch zieht. Seine Fantasie, seine KreativitĂ€t und sein Mut, sich selbst auszudrĂŒcken, sind so liebevoll dargestellt, dass man ihn sofort ins Herz schlieĂt.
Besonders eindrucksvoll ist die Szene, in der Julian sich mit einer Gardine und Topfpflanzen ein eigenes MeerjungfrauenkostĂŒm bastelt. Man spĂŒrt seine Freude, aber auch seine Unsicherheit, als die Oma ihn entdeckt. FĂŒr einen Moment glaubt man, dass er Ărger bekommt â und genau hier setzt das Buch ein Zeichen, das wichtiger kaum sein könnte. Die Oma reagiert nicht mit Ablehnung, sondern mit WĂ€rme, VerstĂ€ndnis und echter UnterstĂŒtzung. Sie schenkt ihm sogar eine ihrer Perlenketten, damit sein KostĂŒm vollstĂ€ndig wird und nimmt ihn mit zu einer Parade, bei der alle Menschen als Meereswesen verkleidet sind. Dort kann Julian ganz er selbst sein und sich zugehörig fĂŒhlen.
Was dieses Bilderbuch zusĂ€tzlich so besonders macht, ist die Tatsache, dass es nur sehr wenig Text enthĂ€lt. Die Illustrationen tragen die Handlung fast vollstĂ€ndig und erzĂ€hlen Julians Geschichte auf eine Weise, die ohne viele Worte auskommt. Die Bilder sprechen fĂŒr sich, transportieren Emotionen, AtmosphĂ€re und Botschaft mit einer Klarheit, die man nicht erklĂ€ren muss. Gerade dadurch entsteht diese stille, eindringliche Wirkung, die lange nachhallt.
Es sind die feinen Untertöne, die das Buch so wertvoll machen. Die Botschaft, dass auch Jungen Meerjungfrauen, Verkleidungen und Schminke mögen dĂŒrfen, ist so selbstverstĂ€ndlich und gleichzeitig so notwendig. Noch immer ordnet die Gesellschaft solche Dinge ĂŒberwiegend MĂ€dchen zu und stempelt Jungen, die sie mögen, als AuĂenseiter ab. Jessica Love zeigt, wie falsch und verletzend das ist â und wie viel Selbstvertrauen Kinder entwickeln können, wenn man ihnen vermittelt, dass sie richtig sind, genauso wie sie sind. Die Bilder, wie Julian stolz und lĂ€chelnd neben seiner Oma durch die Stadt lĂ€uft, gehören fĂŒr mich zu den schönsten Momenten des Buches.
Ein wunderbares Detail ist die reale Inspiration der Parade im Buch: die âConey Island Mermaid Paradeâ, die jedes Jahr zur Sommersonnenwende in Brooklyn stattfindet. Die KostĂŒme dort sind genauso farbenfroh, fantasievoll und kunstvoll wie im Buch - ein Fun Fact, der die Geschichte noch lebendiger macht.
Die Illustrationen von Jessica Love machen das Buch zu einem visuellen Erlebnis. Die erdigen HintergrĂŒnde lassen die farbigen Akzente leuchten, ohne jemals aufdringlich zu wirken. Die Bilder strahlen Ruhe aus, erzeugen ein echtes WohlgefĂŒhl und transportieren gleichzeitig so viele Emotionen. Die vielen kleinen Details - Julians Meerjungfrauenbuch im Zug, der wechselnde Ausblick aus dem Fenster, die Verwandlung des Hauseingangs von schlicht zu farbenfroh - zeigen, wie viel Liebe in jedem Strich steckt. Auch die KostĂŒme der Parade sind traumhaft gestaltet und laden dazu ein, jedes Bild lĂ€nger zu betrachten.
Fazit: Ein wunderschönes, warmherziges Bilderbuch ĂŒber Akzeptanz, DiversitĂ€t und IndividualitĂ€t, das mit wenigen Worten und starken Bildern zeigt, wie viel es bewirken kann, wenn Kinder einfach sein dĂŒrfen, wer sie sind. FĂŒr mich ein wunderbares Kinderbuch ĂŒber DiversitĂ€t.
JennifersBooks wrote a review...
Ein Buch ĂŒber das erste Mal, die erste Beziehung und all die kleinen und groĂen Schritte ins Erwachsenwerden aus der Sicht eines Jungen â das hat mich bei â24 Sekunden ab jetztâ sofort neugierig gemacht. Diese Perspektive bekommt man im Jugendbuchbereich noch immer viel zu selten, und genau deshalb fand ich den Ansatz zunĂ€chst erfrischend. Neo erlebt all die typischen âersten Maleâ: erste Beziehung, erster Kuss, erstes Rummachen, Schulabschluss, Unsicherheiten, Erwartungen, Ăberforderung. Vieles davon wirkt authentisch, gerade weil es aus einem mĂ€nnlichen Blickwinkel erzĂ€hlt wird, der sonst oft nur am Rand vorkommt.
Trotzdem hatte ich MĂŒhe, emotional wirklich anzudocken. Der Schreibstil ist sehr abgehackt, oft bestehen ganze Abschnitte aus einzelnen Wortgruppen, die durch Punkte getrennt sind. Gleich auf der ersten Seite steht: âHeute Abend. Geht es. Um uns. Aria und mich. Mich und Aria. Heute Abend. Geht es. Um die Gewinner des ultimativen Superlativs.â Vielleicht soll das NervositĂ€t ausdrĂŒcken oder die GefĂŒhlswelt eines Jungen spiegeln, der sich zum ersten Mal so richtig verliebt hat. FĂŒr mich hat es jedoch eher Distanz geschaffen. Ich musste viele SĂ€tze mehrfach lesen, um ĂŒberhaupt in die Handlung hineinzufinden, und das hat meinen Lesefluss immer wieder gebremst.
Dabei gibt es durchaus schöne, glaubwĂŒrdige Szenen: das Chaos einer Familie in einem Mehrgenerationen-Haushalt, peinliche AufklĂ€rungsgesprĂ€che mit den Eltern, die typischen Gruppendynamiken an einer Schule â Nerds, Sportler, KĂŒnstler, alles ist da. Aber vieles bleibt an der OberflĂ€che. Gedanken und Handlungen werden hĂ€ufig wiederholt, sodass sich die 192 Seiten manchmal lĂ€nger anfĂŒhlen, als sie sind. Mit weniger Wiederholungen oder einem emotional zugĂ€nglicheren Stil hĂ€tte die Geschichte fĂŒr mich deutlich stĂ€rker gewirkt.
Verwirrend fand ich auĂerdem die rĂŒckwĂ€rts erzĂ€hlte Beziehung: vom Moment vor dem Spiegel zurĂŒck bis zum Kennenlernen zwei Jahre zuvor. GrundsĂ€tzlich mag ich ungewöhnliche ErzĂ€hlstrukturen, aber hier hat es fĂŒr mich nicht richtig funktioniert. Eine chronologische Entwicklung â der Moment vor dem Spiegel, dann ein Sprung zum Kennenlernen bis zurĂŒck zu diesem 24âSekundenâMoment â hĂ€tte die Handlung runder gemacht und vermutlich auch einige Wiederholungen ĂŒberflĂŒssig werden lassen.
Fazit: "24 Sekunden ab jetzt" hat ein spannendes, wichtiges Thema und zeigt eine Perspektive, die im Jugendbuchbereich viel öfter vorkommen dĂŒrfte. Doch der abgehackte Stil und die fehlende emotionale Tiefe haben mich persönlich nicht so abgeholt, wie ich es mir gewĂŒnscht hĂ€tte. Eine gute Idee, die erzĂ€hlerisch fĂŒr mich nicht ganz ausgeschöpft wurde.
JennifersBooks wrote a review...
Sommerromane haben fĂŒr mich gerade einen ganz besonderen Reiz. Vielleicht liegt es am sonnigen Wetter, vielleicht daran, dass man endlich wieder gemĂŒtlich auf der Terrasse lesen kann - aber "Last Kiss of Summer" hat mich schon mit seinem Cover sofort eingefangen. Der rosa getönte Himmel, das Meer im Hintergrund, die Figuren in sommerlicher Kleidung: All das versprach Leichtigkeit, WĂ€rme und eine klassische Young-Adult-Romance mit Friends-to-Lovers und Second-Chance Tropes. Zwei beste Freunde aus Kindheitstagen, erste Liebe, MissverstĂ€ndnisse, ein wahrscheinliches Happy End - was sollte da schon schiefgehen? Wie sich herausstellt: sehr viel mehr, als man erwartet.
Denn diese Geschichte besitzt eine Tiefe, die man dem Cover und dem Klappentext nicht ansieht. Ich habe gelacht, mitgefiebert und seit Langem nicht mehr so sehr bei einem Buch geweint. TaschentĂŒcher sind beim Lesen definitiv Pflicht. Gleichzeitig möchte ich gar nicht zu viel ĂŒber die Handlung verraten, denn schon kleine Details könnten Wendungen vorwegnehmen, die ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn man sie selbst erlebt.
Sera und Luke sind zwei Figuren, die sich sofort echt anfĂŒhlen. Ihre GefĂŒhlswelt ist feinfĂŒhlig, nachvollziehbar und manchmal schmerzhaft authentisch. Beide tragen ihre eigenen Lasten mit sich herum, beide verheimlichen einander Dinge, obwohl sie beste Freunde sind - und genau daraus entstehen die Konflikte. Sie reagieren wie 18-JĂ€hrige nun einmal reagieren: impulsiv, eifersĂŒchtig, unsicher, manchmal verschlossen. Ja, manches Drama hĂ€tte sich mit Ehrlichkeit vermeiden lassen, aber dann wĂ€re es kein Jugendroman, sondern eine Therapiesitzung.
Besonders beeindruckt haben mich die unerwarteten Wendungen. Ich war fest ĂŒberzeugt, die Richtung der Geschichte zu kennen, doch sie hat mich mehrfach ĂŒberrascht - und genau das hat sie fĂŒr mich in den 5-Sterne-Bereich katapultiert. Es ist lange her, dass mich ein Buch so sehr mitgerissen hat, dass ich es an einem Tag durchgelesen habe. Dieses hat es mĂŒhelos geschafft. Und das Ende ist auf seine ganz eigene Art wunderschön, bittersĂŒĂ und absolut trĂ€nenreich.
Fazit: "Last Kiss of Summer" ist weit mehr als eine sommerliche Young-Adult-Romance. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt ĂŒber Freundschaft, Verlust, erste Liebe und den Mut, offen mit den eigenen GefĂŒhlen umzugehen. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern fĂŒhlt - und das lange nachhallt.
JennifersBooks wrote a review...
"Anathema" trĂ€gt seinen Titel nicht zufĂ€llig. Das altgriechische Wort steht fĂŒr "Kirchenbann" oder "Verfluchung" und passt perfekt zu der dĂŒsteren, bedrĂŒckenden AtmosphĂ€re, die Keri Lake von der ersten Seite an entfaltet. Im Mittelpunkt steht Maevyth, die in Foxglove Parish als Verfluchte gilt, weil sie als Baby mit einer schwarzen Rose auf der Brust ausgesetzt wurde. In einer fanatisch religiösen Dorfgemeinschaft ist das ein Makel, der sie ihr ganzes Leben begleitet. Sie wĂ€chst als AuĂenseiterin auf, wird misstrauisch beĂ€ugt, verurteilt und kontrolliert. Und trotzdem bleibt sie klug, wachsam und rebellisch genug, um die GlaubenssĂ€tze ihrer Umgebung zu hinterfragen. Von Anfang an war sie mir sympathisch, gerade weil sie sich ein dickes Fell zulegen musste und dennoch nie völlig abstumpft.
Erst in Aethyrien beginnt Maevyth, ihre wahre StĂ€rke zu entdecken. Dort lernt sie, ihre Magie zu nutzen, Glyphen zu wirken und sich gegen eine Welt zu behaupten, die sie kleinhalten will. Gleichzeitig umgeben sie zahlreiche Geheimnisse, besonders jene, die ihre Herkunft betreffen. Es war unglaublich spannend, ihre Entwicklung Schritt fĂŒr Schritt mitzuerleben, wĂ€hrend sie langsam begreift, wer sie wirklich ist â und welche Macht in ihr schlummert.
Besonders beeindruckt hat mich der Weltenaufbau. Mortasia, der Kontinent der Sterblichen, und Aethyrien, die magische Seite, sind durch den Umbravale getrennt â eine Barriere, die kein Sterblicher ĂŒberqueren sollte. Dazwischen liegen die Eating Woods, ein Wald voller Monster und DĂ€monen, der seinen Namen absolut verdient. Die Welt ist riesig, dĂŒster und voller Details, und ich war mehr als einmal dankbar fĂŒr die detaillierte Karte und das umfangreiche Glossar. Begriffe werden zwar im Text erklĂ€rt, aber das Nachschlagen hat mir geholfen, die vielen Völker, Glyphen und Gottheiten besser einzuordnen.
Was mich besonders getroffen hat, ist die Art und Weise, wie beide Kontinente Frauen behandeln. In Foxglove Parish herrscht ein brutaler religiöser Fanatismus, der Frauen systematisch unterdrĂŒckt und ihnen jegliche Selbstbestimmung nimmt. Ein einziger Fehltritt kann zur Verbannung in die Eating Woods fĂŒhren. Auf der magischen Seite sieht es kaum besser aus. Frauen dĂŒrfen zwar Titel tragen, doch spĂ€testens bei der widerlichen VolljĂ€hrigkeitszeremonie, bei der der stĂ€rkste KĂ€mpfer die Entjungferung als âBelohnungâ erhĂ€lt, wird klar, wie tief die Misogynie auch dort verwurzelt ist. Die Szene rund um die Prinzessin von Nyxteros war fĂŒr mich einer der Momente, in denen mir wirklich schlecht wurde - und gleichzeitig wird klar, wie unerbittlich Keri Lake die dunklen Seiten ihrer Welt herausarbeitet.
Inmitten all dieser Grausamkeit taucht Zevander auf, ein AttentĂ€ter, der Skorpione befehligt und zunĂ€chst wie ein weiterer grausamer Bewohner dieser Welt wirkt. Doch unter seiner harten Schale steckt ein weicher Kern, und gerade seine Abneigung gegenĂŒber dem König und den Adeligen macht ihn zu einem der wenigen MĂ€nner, bei denen man ein gutes GefĂŒhl hat. Besonders im Umgang mit Maevyth zeigt sich seine vorsichtige, respektvolle Seite, die sich erst nach und nach offenbart. Die Romanze zwischen den beiden ist ein Slow Burn, wie ich ihn liebe. Die Anziehung ist spĂŒrbar, aber beide wehren sich lange dagegen. Der erste Kuss kommt erst nach gut zwei Dritteln des Buches, und intime Szenen gibt es erst ganz am Ende â und selbst dann gehen sie nicht aufs Ganze, was mit Zevanders Besonderheiten zusammenhĂ€ngt.
Ein weiterer Aspekt, der das Buch fĂŒr mich so lebendig gemacht hat, waren die Nebencharaktere. Von jeder Sorte ist jemand dabei â und das im besten wie im schlimmsten Sinne. Maevyths naive, unbeschwerte Schwester Aleysia bringt Licht in eine ansonsten hoffnungslose Welt, wĂ€hrend Zevanders Schwester durch Maevyths Einfluss langsam wieder aufblĂŒht und zeigt, wie viel Heilung in kleinen Gesten liegen kann. Zevanders verfluchter Bruder, den Maevyth nicht als Monster, sondern als Person sieht, gehört zu den berĂŒhrendsten Figuren des Buches. Gleichzeitig gibt es Zevanders AttentĂ€terâFreunde, die trotz ihrer BrutalitĂ€t eine unerwartete LoyalitĂ€t ausstrahlen. Und dann sind da noch Maevyths eigene Familienmitglieder und ihr Verlobter â Figuren, die so verstörend, grausam und abgrĂŒndig sind, dass mir beim Lesen mehr als einmal eine eiskalte GĂ€nsehaut ĂŒber den RĂŒcken gelaufen ist. Einige Szenen mit ihnen gehören zu den grauslichsten Momenten des gesamten Buches.
Inhaltlich hat mich das Buch von der ersten Seite an gefesselt, aber ein paar kleine Kritikpunkte gab es dennoch. Die Welt ist groĂ und atmosphĂ€risch beschrieben, doch im mittleren Teil verbringt Maevyth sehr viel Zeit auf der Burg Eidolon. Und so eindrucksvoll dieser Schauplatz auch ist, irgendwann stöĂt die Beschreibung einer einzigen Burg an ihre Grenzen. Stattdessen rĂŒcken die Beziehungen und Dynamiken der Figuren stĂ€rker in den Vordergrund. Das ist grundsĂ€tzlich stimmig und unterstreicht Maevyths Isolation und ihre ausweglose Situation, sowie ihr langsames Herantasten an ihre Magie, aber an einigen Stellen fĂŒhlte es sich etwas langatmig an.
Der zweite Kritikpunkt betrifft den Klappentext. Dort wird suggeriert, dass Maevyth in den Wald flieht, Zevander dort begegnet und beide gemeinsam versuchen mĂŒssen zu ĂŒberleben. Das klingt spannend â hat aber mit der tatsĂ€chlichen Handlung kaum etwas zu tun. Ja, die Eating Woods spielen eine Rolle, und Maevyth ist mehrmals im Wald unterwegs, aber nie gemeinsam mit Zevander. Die beiden treffen sich in Foxglove Parish und verbringen spĂ€ter Zeit in einer HĂŒtte am Waldrand, doch ihre gemeinsame Reise fĂŒhrt sie ausschlieĂlich nach Aethyrien, also hinter den Umbravale und weit weg vom Wald. WĂ€hrend des Lesens wartet man stĂ€ndig darauf, dass die beiden gemeinsam in die Eating Woods mĂŒssen â doch dieser Moment kommt nie. Das hat mich ehrlich gesagt geĂ€rgert, weil der Klappentext Erwartungen weckt, die das Buch nicht erfĂŒllt. Diese beiden Punkte waren letztlich der Grund, warum ich meine Bewertung von fĂŒnf auf 4.5 Sterne gesetzt habe.
Fazit: "Anathema" ist eine kompromisslose Dark Fantasy voller GothicâAtmosphĂ€re und deutlichen Horrorelementen, die ihre Welt ebenso schonungslos zeigt wie ihre Figuren. Es ist ein dĂŒsteres, komplexes und verstörend faszinierendes Buch, das sich Zeit nimmt, seine Welt zu entfalten, und das mit einer starken Protagonistin, intensiven Nebenfiguren und einer tiefen SlowâBurnâRomance ĂŒberzeugt. Trotz kleiner SchwĂ€chen bleibt es fĂŒr mich ein echtes Highlight.